Tumorstammzellen 

 

Deren Entdeckung und Erstbeschreibung: 

Die Existenz von Tumorstammzellen hat unsere Arbeitsgruppe erstmals in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts wissenschaftlich nachvollziehbar beschrieben und dokumentiert. 1992 erfolgte deren Präsentation und wurde von uns im Deutschen Fernsehen auch der Öffentlichkeit allgemein zugänglich gemacht.  

Bei den Tumorstammzellen handelt es sich um solche Tumorzellen, welche aufgrund ihrer Pluripotenz (Verwandlungsfähigkeit) in der Lage sind, an die verschiedenen Organe und Gewebe zu adaptieren (d.h. sich anzupassen) und dort ungehindert dem sonst sehr aufmerksamen Immunsystem, das auch jeder Tumorkranke besitzt, zu entgehen, um sich weiter ausbreiten zu können. 

 

Entwicklung und Ausbreitung: 

Im Gegensatz zu der bis dahin allgemein wissenschaftlichen Auffassung, Tumorzellen würden sich nur über den Weg der Proliferation per continuitatem (örtlichem Weiterwachsen) ausbreiten und vermehren, konnte unsere Arbeitsgruppe unter Beweis stellen, dass die erste Metastasierungs-Station nicht regional (beispielsweise bei Brustkrebs die Achsel-Lymphknoten) ist, sondern stattdessen das Knochenmark.  

Das Schicksal eines Tumorpatienten wird mit diesem Schritt der ersten Metastasierung besiegelt. 

 

Zur Definition: 

Das Knochenmark ist im Gegensatz zum festen Knochen eine durch das Knochengerüst zusammengehaltene inhomogene Struktur, die aus einzelnen nicht miteinander verbundenen Zellen besteht. Die normalen Stammzellen des Knochenmarks produzieren ein Leben lang rote und weiße Blutkörperchen sowie die Produzenten der Blutplättchen (Megakaryozyten). 

An diese multipotenten Stammzellen des Knochenmarks adaptieren die Tumorstammzellen und verteilen sich im tumorkranken Organismus genauso wie die roten und die weißen Blutkörperchen aus dem Knochenmark heraus.  

 

Ein besonders wichtiger Unterschied zwischen den Tumorstammzellen und den Knochenmarkstammzellen muß ausdrücklich hervorgehoben werden:  

Während das Knochenmark in seinen Ursprungszellen aus multipotenten Knochenmark-Stammzellen besteht, unterscheidet man im Tumorbereich die sogenannten pluripotentenTumorstammzellen von den omnipotenten Tumor-Master-Stammzellen.  

Das bedeutet, dass Knochenmarkstammzellen eben (nur) die verschiedenen Zellen des blutbildenden Organes reproduzieren können. Eine Fähigkeit zur Adaptation (Anpassung) an andere Organe und Gewebe ist bisher nicht wissenschaftlich eindeutig beschrieben. Anders bei den Tumorstammzellen. Hier ist es so, dass die Tumorstammzellen im Knochenmark nicht nur ein und dasselbe Tumorgewebe produzieren, sondern vielmehr die Potenz besitzen, an verschiedene Organ- und Gewebestrukturen adaptieren können. Diese vielfachte Verwandlungs- und Anpassungsfähigkeit entwickelt sich während deren oft Jahre lang andauernden Ruhephase im Knochenmark (sog. Schläferzellen). Mann nennt diese Fähigkeit Polypluripotenz. Demzufolge sind diese sogenannten Urstammzellen eines Tumors nicht nur als Tumorstammzellen, sondern als Tumor-Master-Stammzellen zu bezeichnen. Diese nämlich können sowohl Metastasen in dem einen, oder dem anderen Organ oder in verschiedenen Geweben absiedeln. 

Hinweis: Diese polypluripotene Fähigkeit fehlt den Tumorstammzellen ebenso wie den Knochenmarkstammzellen. 

 

Diese Kenntnis ist heute allgemein anerkannter Stand der Erforschung in der Wissenschaft.  

Dies aber erst seit einigen wenigen Jahren.  

 

Geschichtliches: 

Als unsere Arbeitsgruppe erstmals dieses Phänomen beschrieb, wurden wir zunächst höchst respektiert, und diese Erkenntnis auf breiter wissenschaftlicher Basis akzeptiert. Alsbald kamen jedoch Kritiker auf, die aus einzelnen Universitäten heraus diese höchst logische und auch für den informierten Laien leicht nach-vollziehbare Kenntnis kritisierten, anzweifelten und schließlich bitter bekämpften.  

Der Grund war, dass diesen – meist sogar anerkannten – Wissenschaftlern die Technik der von uns beschriebenen Detektion und Kultivierung dieser Tumor-Master-Stammzellen in deren Labors nicht gelang. Mit höchst komplizierten Techniken und Methoden versuchten sie, hiervon abweichende neue Nachweismethoden zu erarbeiten, mit welchen sozusagen jedermann – so das entsprechende Labor-Material zur Verfügung steht – die Identifizierung und Bearbeitung dieser Tumor-Master-Stammzellen gelingen könnte.  

Hierzu wurde die von unserer Arbeitsgruppe beschriebene Technik ignoriert und stattdessen – wie bereits erwähnt – höchst komplizierte Versuchsverfahren, mit welchen die (im Falle einer unsachgemäßen Bearbeitung) hochsensiblen Tumor-Master-Stammzellen entweder zerstört, oder nicht erkennbar waren und sind. 

In Folge dessen wurde die Existenz der Tumor-Master-Stammzellen negiert und zunächst als wissenschaftlich absurd abgetan. Dass hierbei höchst unakademisch drastische Formulierungen in der Öffentlichkeit gewählt wurden, ist ebenso bedauerlich wie für den medizinischen Laien wenig vorstellbar und unakademisch. 

Die Kritik ging sogar soweit, dass der Senior-Partner unserer Arbeitsgruppe,  

Herr Dr. Klehr, persönlich angegriffen wurde. Seine wissenschaftlichen Publikationen wurden abgeurteilt, und das sogar von seiner eigenen Fachgesellschaft. 

 

Ausblick: 

Erst in den letzen Jahren hat sich die Existenz und das Interesse an deren routinemäßigen Identifizierbarkeit der Tumorstammzellen bzw. Tumor-Master-Stammzellen weltweit an der wissenschaftlichen Basis durchgesetzt.  

Eine Richtigstellung der bisherigen Kritik gegenüber Herrn Dr. Klehr blieb jedoch bis heute aus. Stattdessen forschen geradezu fieberhaft die verschiedensten Arbeitsgruppen an nahezu allen renommierten Universitäten am Thema der Tumorstammzellen bzw. Tumor-Master-Stammzellen. Leider alle wieder einmal – wie gerade in der medizinischen Wissenschaft bedauerlicherweise so häufig – jeder für sich, anstatt die gewonnenen Erkenntnisse untereinander auszutauschen. Jeder hat das Ziel, der „Erste“ und „Beste“ zu sein. 

Ein rasches Weiterkommen zu Gunsten der Betroffenen, nämlich der Krebskranken, kann aber nur dann funktionieren, wenn nicht weiterhin die wissenschaftlichen Erkenntnisse, welche wir bereits 1992 der Weltöffentlichkeit und dem breiten Publikum vorgestellt hatten, missachtet werden und unter Ausschöpfung hoher Subventionen an öffentlichen Forschungsgeldern daran vorbei geforscht wird. 

 

Sehen Sie hier, wie eine Tumor-Master-Stammzelle in der Lage ist, ihre Oberfläche ständig zu verändern, sich damit an nahezu jede Situation zu adaptieren und sich Angriffen der Abwehrzellen des körpereigenen Immunsystems widersetzt. Und wie es möglich ist, diesen „Trick“ der Tumor-Master-Stammzellen erfolgreich zu überwinden, um damit schon heute einer effektiven Tumor-Spezifischen-Immun-Therapie (TSIT) den Weg zu öffnen. 

Weitere Info: www.krebsbehandlung.de 



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